Anonyme Bestattung

Was ist eine anonyme Bestattung?

Die anonyme Bestattung bezeichnet die Beisetzung unter einer Rasenfläche ohne Namensnennung des oder der Verstorbenen auf einem Grabstein oder an einem Gemeinschaftsgrabmal. Diese Form der Beisetzung gibt es sowohl als Urnenbeisetzung, aber auch als Erdbestattung. Die Feuerbestattung ist dabei aber die häufigere Form der anonymen Beisetzung.

Fast jeder Friedhof besitzt einen anonymen Urnenhain – eine Abteilung auf dem Friedhof, wo die Urnen ohne Namensnennung unter dem “grünen Rasen” beigesetzt werden. Häufig besteht für die Angehörigen auch keine Möglichkeit, der Urnenbeisetzung beizuwohnen.
Bei einer anonymen Bestattung in Hamburg ist dies auf keinem Friedhof möglich. Dort wird die Urne vom Bestatter an den Friedhof übergeben und ein Mitarbeiter des Friedhofes setzt mehrere Urnen auf einmal bei. In anderen Bundesländern ist die Vorgehensweise von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich, bei einigen ist eine Teilnahme von Angehörigen möglich, bei anderen nicht.

Anonymer Urnenhain in Bergedorf

Warum gibt es die anonyme Bestattung?

Früher war es üblich, dass jede Familie ihr Familiengrab hatte, welches die Familienmitglieder pflegten. Die klassische Großfamilie gibt es aber so häufig nicht mehr. Die Kinder sind aus beruflichen oder anderen Gründen in einer anderen Stadt, eventuell sogar in einem anderen Land. Die Zahl der Kinder ist auch weniger geworden. Viele Ehepaare haben gar keine Kinder oder sonstige Verwandte.

Durch die Möglichkeit der Bestattungsvorsorge entscheiden sich viele Menschen dafür, ihren Verwandten die Grabpflege nicht aufbürden zu wollen, oder sie wollen den Partner damit nicht “belasten”.

Auch wirtschaftliche Gründe spielen zunehmend eine Rolle. Die anonyme Bestattung ist häufig günstiger als ein klassisches Grab. Und viele Familiengräber haben aufgrund ihrer Größe noch höhere Verlängerungsgebühren und werden daher nicht verlängert.

Gibt es Alternativen?

Ja, die gibt es. Mittlerweile haben die meisten Friedhöfe erkannt, dass der zunehmende Trend zur anonymen Bestattung diesen nicht nur Vorteile bringt. Viele Flächen bleiben unbelegt, da eine anonyme Bestattung weniger Platzbedarf als einzelne Gräber hat. Außerdem ändert sich auch das Erscheinungsbild der Friedhöfe, wenn es immer mehr Urnenhaine gibt.

Daher bieten viele Friedhöfe mittlerweile neben der anonymen Bestattung zahlreiche Alternativen an, welche umgangssprachlich häufig als “halbanonyme Bestattung” bezeichnet werden. Bei diesen ist eine Teilnahme der Angehörigen an der Beisetzung möglich, auch eine Namensnennung durch eine Steinplatte oder eine Namenstafel findet statt.

Dabei kann es sich um Urnenrasengräber, Urnengemeinschaftsanlagen oder andere Arten eines pflegefreien Grabes handeln. Pflegefrei heißt in diesem Fall, dass der Friedhof die Grabstelle pflegt, nicht die Angehörigen.

Jeder Friedhof bietet unterschiedliche Möglichkeiten an. Sprechen Sie uns an, dann können wir Ihnen genau die Informationen zum gewünschten Friedhof geben. Oder Sie schauen auf unserer Übersichtsseite für die Friedhöfe nach: