Erdbestattung

Die Erdbestattung ist die traditionellste Bestattungsform in Deutschland. Dabei wird der Sarg des/der Verstorbenen in einem Grab auf einem Friedhof beigesetzt. Die Trauergemeinde begleitet den/die Verstorbenen/Verstorbene nach der Trauerfeier auf dem letzten Weg zur Grabstelle.

Dort wird der Sarg durch die Sargträger in das Grab heruntergelassen. Der Geistliche oder der Redner richten nun noch einige Worte an die Trauergemeinde. Die Grabstelle bietet den Angehörigen einen festen Ort, um den/die Verstorbenen/Verstorbene zu besuchen.

Die Grabstelle wird für eine bestimmte Dauer erworben, die sogenannte Mindestruhefrist. Dies sind in der Regel 25 Jahre, kann aber auf einigen Friedhöfen auch abweichen.

Die Geschichte der Erdbestattung bis zum Altertum

Die ersten nachgewiesenen Bestattungen fanden vor 90.000 bis 120.000 Jahren in Israel statt.

Im Altertum entwickelten sich besonders in Ägypten spezielle Riten und Verfahren, welche sich über die Jahrtausende änderten. Zunächst wurden die Verstorbenen in flachen Erdgruben bestattet. Im Laufe der Zeit ging man zur Erdbestattung in Särgen über. Es wurden extra Grabbeigaben angefertigt. Später wurden die Pyramiden für die Pharaonen gebaut. 

In Griechenland wurden den Verstorbenen zwei Münzen auf die Augen gelegt, um den Fährmann Charon bezahlten zu können. Dieser sollte die Seelen der Toten ins Reich der Toten verbringen. Die Leichen wurden aber verbrannt. 

Auch im römischen Reich war die Feuerbestattung die vorherrschende Form der Bestattung. Erdbestattungen wurden in der Regel außerhalb der Städte vorgenommen. In den Gräbern sind meist zahlreiche Grabbeigaben zu finden.

Die Erdbestattung vom Mittelalter bis Heute

Durch die Verbreitung des Christentums in Europa wurde die Erdbestattung die häufigste Beisetzungsform. Im christlichen Glauben an die Auferstehung der Toten wird der Körper des/der Verstorbenen noch benötigt. Dieser muss vollständig erhalten bleiben.

Bis ins 16. Jahrhundert hinein wurden die Toten auf den Kirchhöfen rund um die Kirchen beigesetzt. Aus Platz- und Hygienegründen wurden die Friedhöfe dann nach und nach außerhalb der Stadtgrenzen verlegt.

Bis heute ist die Erdbestattung im christlichen Glauben die vorherrschende Bestattungsform. 

Sie wird aber immer mehr durch die Feuerbestattung verdrängt.

Unterschiede zwischen einer Erd- und einer Feuerbestattung

Bei einer Erdbestattung wird der Körper des Verstorbenen in der Erde beigesetzt und so dem natürlichen Kreislauf der Natur zur Verfügung gestellt. Bei einer Feuerbestattung wird der Körper vor der Beisetzung eingeäschert, es wird nur die Totenasche beigesetzt. 

Die Kosten für eine Erdbestattung fallen üblicherweise höher aus als bei anderen Bestattungsarten. Zum einen ist dies bedingt durch die größeren Grabstellen. Ein Sarg benötigt einfach viel mehr Platz als eine Urne. Außerdem ist der Sarg selber meist teurer als bei einer Feuerbestattung. Das Holz ist dicker und  im Innern befinden sich Eckverstärkungen und eine Deckelstütze. Dies hat den Hintergrund, dass der Sarg nach der Beisetzung einen Erddruck von mehreren Tonnen aushalten muss. Ein Erdgrab ist in der Regel 1,80 m tief. Daher liegen nach der Beisetzung einige Kubikmeter Erdreich auf der Grabstelle.

Blumen zur Dekoration des Sarges fallen meist auch üppiger aus als Blumen zur Dekoration der Urne. Die Überführungskosten beim Bestatter sind bei einer Erdbestattung auch höher, als wenn dieser die Urne von A nach B transportiert. 

Zur Beisetzung werden noch Träger benötigt, die den Sarg aus der Kapelle tragen und in der Grabstelle beisetzen. Diese Aufgabe können aber auch Familienmitglieder und Freunde übernehmen. 

Welche Grabarten gibt es bei einer Erdbestattung?

Erdgräber auf dem Bergedorfer Friedhof

Erdwahlgrab

Das Erdwahlgrab kann von den Angehörigen ausgesucht werden. Auch die Pflege obliegt den Angehörigen. Es gibt Wahlgräber unterschiedlicher Größe, so dass entweder ein Sarg oder aber mehrere dort beigesetzt werden können.

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Anonymes Erdgrab

Hier wird der Sarg anonym unter einer Wiese auf dem Friedhof beigesetzt. Bei der Beisetzung dürfen die Angehörigen nicht teilnehmen. Pro Grabstelle kann ein Sarg beigesetzt werden. Auch hier gibt es keine Möglichkeit der Verlängerung der Grabstelle.

Erdreihengrab

Erdreihengrab

Das Erdreihengrab kann nicht ausgesucht werden. Die Belegung der Reihengräber erfolgt der Reihe nach. Es kann jeweils ein Sarg beigesetzt werden. Reihengräber können nach Ablauf der Mindestruhefrist nicht verlängert werden.

Blätterkrone eines Baumes

Erdbaumgrab

Erdbaumgräber werden nur auf einigen Friedhöfen beigesetzt. Hierbei kann von den Angehörigen ein Baum auf dem Friedhof ausgesucht werden, an dessen Fuße der Sarg beigesetzt wird. Die Pfege der Grabstelle erfolgt i.d.R. durch den Friedhof.

Unsere Broschüre zur Erdbestattung
Grabarten auf dem Bergedorfer Friedhof
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