Nach der Beisetzung | Worte zur Begleitung


Auf dieser Seite finden Sie Gedichte, die Ihnen eventuell in der Zeit der Trauer und danach ein wenig Trost spenden können. Außerdem finden Sie Buchtipps rund um die Themen Sterben, Tod und Trauer. Und wir stellen Ihnen einen Ratgeber für Kondolenzschreiben zur Seite.

Gedichte zum Thema Trauer

Hans Sahl – Strophen

Ich gehe langsam aus der Welt heraus
in eine Landschaft jenseits aller Ferne,
und was ich war und was ich bin und was ich bleibe
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile
in ein bisher noch nicht betretenes Land.

Ich gehe langsam aus der Zeit heraus
in eine Zukunft jenseits aller Sterne,
und was ich war und was ich bin und immer bleiben werde
geht mit mir ohne Ungeduld und Eile,
als wär ich nie gewesen oder kaum.

Hermann Hesse – Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf´ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen;
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden,
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Rainer Maria Rilke – Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.

Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Joachim Ringelnatz – Was dann?

Wo wird es bleiben, Was mit dem letzten Hauch entweicht?
Wie Winde werden wir treiben – Vielleicht!?
Werden wir reinigend wehen? Und kennen jedes Menschen Gesicht.
Und jeder darf durch uns gehen, Erkennt aber uns nicht.
Wir werden drohen und mahnen Als Sturm,
Und lenken die Wetterfahnen Auf jedem Turm.
Ach, sehen wir die dann wieder, Die vor uns gestorben sind?
Wir, dann ungreifbarer Wind?
Richten wir auf und nieder Die andern, die nach uns leben?
Wie weit wohl Gottes Gnade reicht. Uns alles zu vergeben?
Vielleicht? – Vielleicht!

Joseph Freiherr von Eichendorff – Laß das Trauern

Laß, mein Herz, das bange Trauern
um vergangnes Erdenglück,
ach, von diesen Felsenmauern
schweifet nur umsonst der Blick.

Sind denn alle fortgegangen:
Jugend, Sang und Frühlingsluft?
Lassen scheidend nur Verlangen
einsam mir in meiner Brust?

Vöglein hoch in Lüften reisen,
Schiffe fahren auf der See;
ihre Segel, ihre weisen
mehren nur des Herzens Weh.

Ist vorbei das bunte Ziehen,
lustig über Berg und Kluft,
wenn die Bilder wechselnd fliehen,
Waldhorn immer weiter ruft?

Soll die Lieb auf sonn’gen Matten
nicht mehr baun ihr ihr prächtig Zelt,
übergolden Wald und Schatten
und die weite, schöne Welt? –

Laß das Bangen, laß das Trauern,
helle wieder nur den Blick!
fern von dieser Felsen Mauern
blüht dir noch gar manches Glück!

Ratgeber für Kondolenzschreiben

Anregungen und Formulierungshilfen für tröstliche Teilnahme bei Todesfällen

Einen Kondolenzbrief zu formulieren ist eine äußerst sensible Aufgabe. Das Schreiben jedoch ist wichtig, denn es dokumentiert Anteilnahme und übermittelt den Empfängern das tiefe mitmenschliche Gefühl, in einer schweren Verlustsituation nicht allein zu sein. Es zeigt Verbundenheit und soll auch Trost spenden. Schreiben Sie ohne Pathos in einfachen und ehrlichen Worten, was Sie denken und fühlen.

Versuchen Sie, Floskeln zu vermeiden und verzichten Sie auf religiöse Formulierungen, es sei denn, Sie wissen ganz genau, dass der Verstorbene und die Hinterbliebenen, an die Ihr Brief gerichtet ist, gläubig sind. Verwenden Sie nur Zitate, mit denen Sie sich identifizieren können. Lassen Sie den Empfänger wissen, dass Sie der Verlust direkt trifft und ebenfalls trostbedürftig macht – dann werden Sie die richtigen Worte finden!

Kondolenzschreiben können auch den Hinweis enthalten, dass man erst jetzt von einem Todesfall erfahren hat und/oder die Bitte um Verständnis dafür, dass man (begründet) an der Beerdigung nicht teilnehmen kann oder konnte.

Im Allgemeinen gilt: Weniger ist (fast immer) mehr!

Die Bestandteile eines Beileidschreibens

1. Persönliche Anrede

Die Formulierung der direkten Ansprache ist abhängig von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen und seinen Angehörigen:

  • Liebe Marianne, lieber Heinrich, liebe Tante Elke,
  • Liebe Frau Lehmann, lieber Herr Fischer,
  • Liebe Familie Wittkamp,
  • Sehr geehrte Frau Schneider,
  • Sehr geehrter Herr Doktor, usw.

2. Anfangsformulierungen

Beginnen Sie direkt mit Ihrer Kondolenz:

  • Wir können immer noch nicht fassen, dass Dein Bruder uns für immer verlassen hat…
  • Zum Tode Ihres Mannes sprechen wir Ihnen unser tiefstes Mitgefühl aus…
  • Mit großem Bedauern haben wir heute vom Tode Ihrer Frau Mutter erfahren…
  • Ich bin tief betroffen und spreche Dir und Deiner Familie meine aufrichtige Anteilnahme zum Heimgang Deiner lieben Mutter aus…
  • Es schmerzt so sehr, einen guten Freund zu verlieren…
  • Zu dem schweren Verlust durch den Tod Ihrer Frau spreche ich Ihnen mein herzliches Beileid aus…

Würdigung des Verstorbenen, persönliche Erinnerung. Was haben Sie besonders geschätzt, was wird Ihnen fehlen, woran erinnern Sie sich gerne?

  • In all den Jahren unserer Zusammenarbeit haben wir seine faire, herzliche Art und vor allem seine fachliche Kompetenz geschätzt…
  • Wir können wohl kaum ermessen, welchen Verlust sein Tod für Ihr Unternehmen darstellt…
  • Viele Menschen werden sich dankbar und liebevoll an sie erinnern…
  • Alle, die sie kennen durften, haben ihre ganz besondere Ausstrahlung und Hilfsbereitschaft geschätzt…

3. Mitgefühl, Hilfe und Abschlussgrüße

Beenden Sie Ihr Kondolenzschreiben mit einem kurzen Satz des Mitgefühls und evtl. einem Hilfsangebot.

  • Ich wünsche Ihnen all die Kraft, die Sie jetzt brauchen, um das Leben allein zu meistern…
  • Ich werde alles tun, was in meiner Macht steht, um Sie dabei zu unterstützen…
  • Lieber Heinz, ich wünsche Dir und Deiner Familie, die Kraft, die ihr jetzt braucht, um ohne Anna leben zu können…
  • Wir fühlen und trauern mit Ihnen…
  • Ich bin jederzeit für Dich und die Kinder da…
  • Ich kann nur ahnen, wie groß Ihr Schmerz und wie tief Ihre Trauer ist…
  • Für mich ist Martins Tod ein schwerer Verlust…
  • Ich bin sehr traurig und in Gedanken bei Dir/Euch…
  • Sei umarmt…
  • Mit stillem Gruß…
  • Wir trauern mit Ihnen…
  • In tiefer Trauer und innigem Mitgefühl…
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